Das Papageienfieber ist eine ernsthafte Krankheit… auch für Menschen

Fieber

Das Papageienfieber ist nicht nur für Papageien gefährlich.

Das Papageienfieber (Psittakose) ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten der Papageien.

Erkrankte Papageien haben meistens die typischen Beschwerden einer Atemwegsinfektion und Durchfall. Auch Augentränen und nasaler Ausfluss können auf das Papageienfieber hinweisen.

Es kann auch vorkommen, dass ein infizierter Papagei keine Symptome hat und putzmunter mit anderen spielt.

Das ist besonders gefährlich, weil so andere Papageien und auch Menschen mit der Psittakose angesteckt werden können.

Deshalb solltest du jedem neuen Papagei unbedingt von Tierarzt untersuchen lassen und eine Quarantänephase einhalten, bevor er mit den anderen Papageien und Menschen deiner Familie Kontakt haben darf.

Der Erreger des Papageienfieber, Chlamydia psittaci ist besonders heimtückisch, denn er versteckt sich in den Körperzellen und ist so für das Immunsystem nur schwer zu finden. Das macht auch die Diagnose des Papageienfiebers zu einer Herausforderung.

Das Papageienfieber kann zum plötzlichen Tod deines Papageis aus heiterem Himmel führen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass du alle “ohne Grund” verstorbenen Vögel einem fachkundigen Tierarzt vorstellst. Es kann nämlich sein, dass die Krankheit in den anderen, scheinbar gesunden Papageien, schlummert und dann plötzlich ausbricht.

Wie die Krankheit übertragen wird

Für das Papageienfieber gibt es zwei unterschiedliche Übertragungswege: Oral und über die Luft.

Bei der oralen Übertragung werden Futter und Trinkwasser mit infiziertem Kot verschmutzt. Anschließend können sich andere Papageien durch das Fressen oder Trinken anstecken. Deshalb ist es wichtig, die Futternäpfe und Wasserbehälter mehrmals täglich gründlich zu reinigen.

Die Ansteckung über die Luft erfolgt, indem Kotpartikel, kleine Wassertröpfchen und der Federstaub eingeatmet werden.

Was man gegen das Papageienfieber tun kann

Das klingt alles ziemlich gruselig, was?

Aber mach’ dir keine Sorgen: Das Papageienfieber ist gut heilbar, wenn man es rechtzeitig therapiert. Es ist aber wichtig, schnell und konsequent zu handeln, weil die Krankheit für Vögel tödlich sein kann und auch auf Menschen übertragen werden kann.

Wenn der Verdacht auf Papageienfieber besteht, muss jeder deiner Papageien für 30 Tage unter Quarantäne gestellt werden. Dafür solltest du ein extra Zimmer, oder noch besser ein extra Gebäude verwenden.
Falls du kein separates Gebäude dafür übrig hast (wie wohl die meisten von uns), musst du unbedingt darauf achten, dass keine Luftströmung zwischen der “Isolierstation” und dem Rest deiner Wohung besteht. Keine Ventilatoren und keine Klimaanlage!

Der Tierarzt wird dann höchstwahrscheinlich das sehr wirksame Antibiotikum Doxycyclin verschreiben. Dein Papagei muss dann über 45 Tage konsequent damit behandelt werden.

Ansteckungsgefahr für Menschen

Das Papageienfieber vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Es wird deshalb als Zoonose (“Zo-o-no-se”) bezeichnet.

Du musst also auch an deinen eigenen Schutz und den deiner Familie denken.

Beim Menschen macht sich die Psittakose durch grippeähnliche Symptome bemerkbar. Hinzu kommen ein hohe Fieber und schwere Atembeschwerden, die auf eine Lungenentzündung hindeuten. Wenn du zu deinem Arzt gehst, musst du ihn unbedingt darüber informieren, dass du einen Papagei hast, der an Psittakose leidet. Die Psittakose ist relativ selten, sodass die meisten Ärzte spontan gar nicht daran denken, wenn sie von Patienten mit Grippesymptomen aufgesucht werden.

Was du jetzt tun musst

  • Geh’ mit deinen Papageien zum Tierarzt.
  • Stelle alle erkrankten Papageien unter Quarantäne und verabreiche die Medikamente, die der Tierarzt gegeben hat.
  • Reduziere den Kontakt zwischen deinem Papagei und anderen Menschen auf ein absolutes Minimum.
  • Vermeide Zugluft durch Ventilatoren und offene Fenster oder Türen.
  • Reinige den Käfig und dessen Umfeld jeden Tag sehr gründlich!
  • Wische die Flüssigkeiten, die dein Papagei auf den Boden tropfen lässt (zum Beispiel den Ausfluss aus Nase und Augen) mit einem Desinfektionstuch weg und entsorge das Desinfektionstuch in einem separaten Müllbeutel.

Heilungschancen

Je nach Alter, Allgemeinzustand und Papageienart stehen die Chancen recht gut. Je früher du mit deinem Papagei zum Arzt gehst, umso schneller kann die Therapie. Wenn du schnell und konsequent handelst, hat dein Papagei gute Überlebens- und Heilungschancen.

Willst Du noch mehr über Papageien wissen?

  • Wenn du zum Tierarzt gehen willst, muss dein Papagei in die Transportbox. Dieser Artikel zeigt dir einen Trick, mit dem das ganz einfach funktioniert.
  • Es wäre auch hilfreich, wenn dein Papagei auf Kommando sitzen bleibt, und nicht ständig vor dem Tierarzt wegrennt. Erfahre hier, was du dafür tun musst.
  • In unserem Minikurs bekommst du noch viele weitere Tipps für einen gesunden Papagei.