So lernt Dein Papagei, Legosteine nach Farben zu erkennen

Nun kommen wir zu einer etwas schwierigeren Übung. Sie ist sehr wirkungsvoll, denn man kann sie sehr gut variieren und ausweiten, ergo – man kann viel daraus machen. Der Clou an dieser Übung ist, dass wir unseren Papageien auch gleich das Erkennen der Farben beibringen. Dadruch dauert die Übung etwas länger, der Erfolg ist aber ein tolles Gefühl, bei Euch selbst und bei Eurem Papageien oder Sittich.

Was brauchen wir für die Übung?

Wir brauchen wie immer unsere Verstärker, Spaß und Motivation auf beiden Seiten und nun kommt es, mehrere kleine verschieden farbige Spielzeuge. Ich habe es mit Legosteinen meiner Kinder gemacht, das klappte sehr gut, zumal alle Steine gleich mehrfach vorhanden sind. Ich habe mich für die quadratischen Teile entschieden, sie sind groß genug und haben den Vorteil von unten hohl zu sein. Diesen Vorteil werdet Ihr im Verlauf der Übung sehr schnell erkennen. Was Ihr nun genau wählt, das könnt Ihr gern selbst ausprobieren.

Schritt 1: So lernt Dein Papagei die Farbe “rot”

Ich habe nun als Erstes 3 blaue Steine und einen roten Stein auf einen Tisch gelegt und unter diesem einen Verstärker versteckt. Es hat nicht lange gedauert und dann haben die Vögel den Stein und zwar nur den Roten umgedreht und den Verstärker gefunden. Unter den blauen Steinen war nichts versteckt. Da sie sich den Verstärker hier noch selbst erarbeitet haben, kam in diesem Fall nur mein „ Gut“. Natürlich habe ich bei jedem Mal, wenn ich den Verstärker versteckt habe „ rot“ als Signal verwandt. Dieses Verhalten ist sehr schnell erlernt.

Schritt 2: Lass Deinen Papagei den Legostein in Deine Hand legen

Nun kommt es zu einem kleinen Knackpunkt. Wir möchten ja, dass unser Tier den Legostein in unserer Hand ablegt. Was man hier nun tut ist, hat der Vogel den Stein im Schnabel, versuchen wir ihn sofort nach dem loslassen in unserer flachen Hand aufzufangen. Das benötigt zu Anfang etwas Geduld. Wir verbinden dieses Tun mit unserem neuen Signal, hier „ Rot – in die Hand“ und geben nun den Verstärker in Verbindung mit unserem vorherigem „Gut“ mit der Hand.

Schritt 3: Bringe Deinem Papagei weitere Farben bei

Klappt das, dann können wir Schritt für Schritt die Hand ein wenig weiter entfernen und der Vogel wird ihn in die Hand legen. Klappt das gut, dann können wir einen weiteren farbigen Stein hinzufügen. Nehmen wir hier mal gelb. Wir passen unser Signal entsprechend an und verstärken nur die Aufgabe, die wir gestellt haben. So können wir über einen entsprechenden Zeitraum unser Training immer mehr ausweiten, indem wir die Farben benennen und mit einem entsprechenden Signal verbinden. Schnell wird der Vogel die Anweisungen verstehen und es ist so, dass man z.B. den Stein auf den Tisch legt und das Tier auffordert zu uns zu fliegen und ihn in der Hand abzulegen. Klappt nach kurzer Zeit ausgezeichnet.

Wichtig ist immer, den Papageien nicht zu überfordern, die Übungszeiten kurz zu halten und immer aufzuhören, wenn es am meisten Freude bereitet. Gut +Verstärker nicht vergessen.

Schritt 4: Vermeide den häufigsten Fehler

Ein paar Kleinigkeiten gibt es noch zu beachten. Manche Papageien, haben die Angewohnheit den hier „Legostein“ sehr schnell fallen zu lassen. Das macht es etwas komplizierter. Man sollte hier sofort mit „Gut“ + Verstärker reagieren, wenn das Tier den Stein in den Schnabel nimmt und NICHT erst wenn es ihn fallen lässt. Er verbindet dann dieses Tun und lernt dadurch schneller. Es gibt auch wiederum Vögel, die nun sehr lange mit dem Stein herumspielen. Hier ist Geduld gefragt. Wir versuchen den Stein aufzufangen, möglichst nicht auf den Boden fallen zu lassen, den dieses Geräusch ist für manche Vögel selbstverstärkend, d.h. er findet dieses Geräusch prickelnder als unseren Futterverstärker.

Was Du tun kannst, wenn es nicht gleich klappt

Klappt es nicht mit einem Stein und man hat einen etwas hartnäckigeren gefiederten Freund, dann kann man auch einen kleinen bunten Ring nutzen und diesen für das Training zunächst mit einem Bändchen am Finger festbinden, sodass er nicht auf den Boden fallen kann.

Noch ein kleiner Tipp

Wir nutzen diese Steine ausschließlich zum Training und packen sie hinterher in den Schrank. Es könnte sonst schwieriger werden die Übungen durchzuführen. Später, wenn wir alles gelernt haben, dann stehen diese wieder zur Verfügung, falsch gewünscht.

Tja, das war es mal wieder, ich wünsche Euch allen viel Spaß bei dieser Übung, die man sehr bald weiter ausweiten kann. Z.B. Ringe aufstecken nach Farben und vieles mehr.

Liebe Grüße, Eure Annita

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