3 Fragen, die Du Dir stellen musst, wenn Dein Papagei sich rupft

Rupft sich dein Papagei die Federn, bis die Haut darunter sichtbar ist?

Hast du dann Angst, dass er sich die Follikel zerstört und an dieser Stelle nie wieder Federn wachsen werden?

Rupfender Papagei

Foto: Tracie Erin

Rupfen kann ein ernstes Problem sein und auf verschiedene Krankheiten hinweisen.

Hier erfährst du, was du tun kannst, wenn sich dein Papagei rupft.

Frage 1: Wann hat er mit dem Rupfen angefangen?

Wenn dein Papagei erst kürzlich mit dem Rupfen begonnen hat, ist eine Infektion mit Parasiten wahrscheinlich. Vor allem Papageien, die sich unter den Flügeln rupfen, sind häufig mit dem Darmparasiten Giardia infiziert. Diese mikroskopisch kleinen Biester verursachen einen Juckreiz der deinem Papagei richtig zu schaffen machen kann.

Wenn sich dein Papagei schon mehrere Jahre rupft, könnte auch eine chronische Infektion vorliegen. In beiden Fällen solltest du mit ihm zum Tierarzt gehen.

Langjähriges Rupfen hat aber meistens eine ganz andere Ursache: Psychische Probleme!

Vor allem Frust, Nervosität und Langeweile sind für Papageien typische Stressfaktoren.

Frage 2: Was stresst deinen Papagei?

Um diese Frage zu beantworten, musst du ein bisschen Detektiv spielen. Versetzte dich in die Lage deines Papageis und frage dich, was dich an deinem Papageienleben stören würde.

  • Ist die Umgebung zu laut oder zu hektisch?
  • Ist der Schlaf deines Papageis gestört?
  • Welche Dinge könnten unangenehm oder angsteinflössend wirken?
  • Welche Dinge sind für deinen Papagei angenehm und beruhigend?
  • Oder musste sich dein Papagei gerade erst an eine neue Umgebung gewöhnen?

Du musst unbedingt wissen, dass Papageien Gewohnheitstiere sind – sogar noch mehr als wir Menschen. Wenn du also gerade neue Möbel gekauft hast oder sein Lieblingsbild von der Wand genommen hast, könnte das ein Grund für die Irritationen deines Papageis sein.

Wo wir gerade von Routine sprechen: Ist der Tagesablauf deines Papageis regelmäßig? Bekommt er immer zu den selben Tageszeiten sein Futter? Oder muss er sich oft auf spontane Änderungen einstellen? Es ist wichtig, dass Papageien immer Dinge um sich haben, die ihnen vertraut sind. Der Lieblings-Fressnapf hat für deinen Papagei auch eine psychische Bedeutung.

Doch zu viel Routine ist auch nicht gut, denn einige Papageien rupfen sich, weil sie gelangweilt sind.

Vor allem sehr intelligente Papageien wie der Afrikanische Graupapagei rupfen sich, wenn sie nicht genügend geistige Beschäftigung haben oder alleine gehalten werden.

Für diese Papageien ist das Rupfen so, wie für uns das Nägelkauen oder das Rauchen.

Wahrscheinlich kennst du das auch manchmal von dir selbst: Diese unterschwellige Anspannung und das gleichzeitige Genervtsein, weil gerade nichts Interessantes passiert. So ähnlich fühlt sich ein Papagei, der sich aus Langeweile die Federn rupft. Habe einfach ein bisschen Geduld mit deinem Freund, minimiere seinen Stress und sorge für etwas mehr Unterhaltung.

Frage 3: Wie kannst du deinem Papagei die Langeweile vertreiben?

Wie kannst du dich mehr mit deinem Papagei beschäftigen? Und: Welche Spielzeuge mag dein Papagei, um Spannungen abzubauen, wenn Du nicht da bist?

Die Antwort darauf kannst du nur herausfinden, indem du verschiede Spielzeuge ausprobierst und beobachtest, wie er darauf reagiert. Übrigens: Wenn er ein Spielzeug kaputt macht, heißt das manchmal, dass er es ganz besonders mag!

Doch bevor Du jetzt losfährst und den ganzen Kofferraum voll Papageienspielzeug kaufst (und dein Bankkonto leerräumst), schlage ich dir vor, dich in den Papageienkurs einzutragen. Dort erfährst du, wie du hunderte Spielzeuge für deinen Papagei fast zum Nulltarif besorgen kannst.

Wenn du mehr wissen willst …

  • Ein häufige Ursache für das Rupfen ist eine ungeeignete Ernährung. Hier findest du wertvolle Tipps zur gesunden Ernährung von Papageien.
  • Das Target-Training ist die ideale Methode, um deinem Papagei die Langeweile zu vertreiben. Das kann seine Rupf-Leidenschaft bremsen.
  • Flugtraining kann ebenfalls gegen das Rupfen helfen. Lies hier mehr darüber.