So kannst du deinem Papagei in 5 Schritten das Fliegen beibringen

Schritt 1: Hole das „Okay“ deines Tierarztes ein

Voraussetzung für dieses Training ist immer, dass das Tier von einem vogelkundigen Tierarzt untersucht wurde und bis auf die Tatsache, dass es nicht fliegen kann, medizinisch alles in Ordnung ist. Das ist sehr wichtig, denn es kann sonst zu Unfällen kommen.

Nur dann können wir davon ausgehen, dass das Tier z.B. eventuell immer in einem Käfig saß und nie fliegen durfte, dass es einmal böse abgestürzt ist und nun ein Trauma hat, oder das aus irgendwelchen Gründen die Flügel beschnitten wurden. Man kann helfen, der Weg ist mit viel Arbeit verbunden und gewisse Vorkehrungen sind einzuhalten. Wenn man dazu bereit ist und NUR DANN, kann man diesen Versuch wagen. Diese Anleitung ist nur ein Weg, wie man es angehen kann, die Verantwortung für sein Tun, liegt beim Halter.

Schritt 2: Sei dir bewusst, worauf du dich einlässt

Für dieses Training ist sehr viel Geduld und Aufmerksamkeit des Halters von Nöten, denn begeht man den Fehler und geht zu schnell voran, kann es in Stürzen und Verletzungen enden und zudem wäre das besagte Trauma letztendlich nicht beseitigt, sondern verschlimmert.

Schritt 3: Übe mit deinem Papagei das Auf- und Absteigen

Was ist das gefährlichste am Fliegen?

Der Start und die Landung!

Deshalb ist es wichtig, dass wir mit unserem Vogel das Aufsteigen geübt haben und es zu 100 % klappt. Dein Papagei muss das Auf- und Absteigen im Schlaf können.

Nun können wir das Tier auf den Trainingstand setzen und lassen es zunächst erst einmal „Aufsteigen“ + „Absteigen“. Ja, sehr richtig, auch das Absteigen wird geübt und verstärkt.

Eine entsprechendes Signal, bei dem es immer bleibt, haben wir bereits festgelegt (z.B. „Ab“). Wollen wir nun unserem Tier die Angst nehmen, dann halten wir zum Aufsteigen nicht wie üblich die Handfläche 4 cm vom Bauch entfernt und 4 cm in der Höhe,- Ausgangspunkt die Füße, sondern zunächst erst einmal 5 cm von seinem Bauch entfernt, sodass der Vogel einen größeren Schritt machen muss.

Ein wichtiger Punkt: Ein Vogel steigt gern „auf“, er mag es nicht, wenn er einen Schritt nach unten tun muss. Also, da wir dieses nun wissen, halten wir uns daran. Ein zweiter wichtiger Punkt: „ Die Handfläche, wie bereits in einem vorherigem Artikel erwähnt. Sie bietet dem Vogel eine größere Landfläche, mehr Sicherheit. Dieses wird auch später beim Rückflugtraining sehr wichtig. In diesem Fall bietet sie dem Halter auch eine bessere Möglichkeit das Tier abzufangen, falls mal die Landung nicht perfekt sein sollte.
Man kann dieses „nach unten steigen/fliegen“ üben, auch hier, dazu kommen wir später in unseren Artikeln und zwar dann, wenn wir das Rückruftraining beginnen.

Wir üben nun das Aufsteigen mit einem größeren Schritt, wieder bis es flüssig läuft, der Vogel nicht zögert und keine Angst zeigt. Natürlich vergessen wir unser „Gut“ + Verstärker nicht. Wir drängen nicht und zeigen viel Geduld. Läuft das gut, und NUR dann, können wir auf 6 cm Abstand vergrößern. Wir gehen in unserem Training nur voran, wenn der geübte Schritt sitzt und überfordern unseren Vogel nicht.

Schritt 4: Jetzt kannst du größere Sprünge wagen

Bei ca. 10 cm wird der Vogel springen. Hier achten wir darauf, dass es reibungslos läuft, keine Angst oder Unsicherheit im Spiel ist. Wird die Entfernung größer, passen wir sehr gut auf, das Tier wird seine Flügel ein wenig einsetzen und wir legen Notfalls eine dicke Decke aus, damit, falls es einen Sturz geben sollte, keine Verletzung entstehen kann. Wir vergrößern die Abstände nur dann, wenn wir feststellen, alles läuft reibungslos, das Tier hat keine Angst und es besteht keine Gefahr von Verletzung. Motivation von Seiten des Vogels ist immer Voraussetzung.

Wir vergessen niemals unsere Verstärker, achten auf die Körpersprache unseres Vogels und gehen nur voran, wenn wir sehen, dass das bisher Geübte klappt. Sehen wir, dass der Papagei diese Abläufe noch nicht flüssig vollzieht, gehen wir keinen Schritt weiter.

Schritt 5: Ready for Take-off

Dein Papagei wird nun bald seine Flügel einsetzen und ein kleines Stück fliegen. Vorsicht, auch hier, es kann immer einmal zu viel gewagt sein, also immer darauf achten, denn die Landung ist zunächst noch nicht perfekt. Es wird so sein, dass das Tier merkt, „oh, das klappt ja“ und wie bei einem Jungtier, das das Fliegen lernt, kann es zu einer Bruchlandung kommen.

Der Halter ist gefragt, seinen Papagei zu schützen und Vorkehrungen zu treffen, dass Unfälle auf ein Minimum reduziert werden. Hält man alle Regeln ein, besteht die Chance, dass der Vogel fliegt und dieses regelmäßig tut.

Ach ja, noch etwas: Sei realistisch

Dein Papagei wird eventuell kein „Düsenjäger“ werden, aber ein Vogel sollte fliegen und wenn es nur keine Strecken sind, dann ist auch dieses Resultat ein großer Erfolg!!!

Es besteht zumindest der Vorteil, dass man das Tier mit seinem Artgenossen in einer großen Voliere halten kann, ohne die Befürchtung, dass der Vogel mal einen Schritt zu schnell voran schreitet und ein Sturz die Folge ist. Das Tier wird sicherer, allein das ist für mich persönlich wichtig und dazu ist dieser Schritt ein guter Weg. Ist man sich nicht sicher, dieses Training zu vollziehen, rate ich davon ab. Es soll nicht in Leid und Elend für den Vogel enden, sondern ist zur Verbesserung seiner Lebensumstände gedacht.

Passt gut auf Euren gefiederten Freund auf und seit vorsichtig. Schafft Ihr es und das Tier lernt seine Flügel einzusetzen, dann habt Ihr dem Vogel einen großen Dienst erwiesen. Für ein glücklicheres, zufriedeneres und artgerechtes Leben, zusammen mit seinem Artgenossen!

Liebe Grüße,
Annita

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