Gastbeitrag: Anregungen und Gedanken auf dem Weg zum sprechenden Papagei

Dieter, einer unserer treuen Leser und erfahrener Papageienhalter, hat einen sehr schönen Brief zum Thema “Sprechender Papagei” geschrieben, den wir Euch nicht vorenthalten möchten. Er beschreibt, wie er bei seinen Graupapageien mit Einfühlungsvermögen und dem notwendigen Wissen ganz wunderbare Dinge erreichen konnte …

Anregungen und Gedanken auf dem Weg zum sprechenden Papagei

Da die Begabung des Nachahmens auch innerhalb der einzelnen Arten unterschiedlich ist, kann man nie genau sagen, welcher Papagei einmal ein wirklich guter Sprecher wird. Daher sollte man nicht enttäuscht sein, wenn man beim Kauf eines Tieres ein als guter Nachahmer benannten Art einmal ein Tier keinen Spaß am imitieren hat oder weniger begabt ist – das wäre dem Tier gegenüber nicht gerecht, denn Papageien sind sehr liebenswerte Tiere die auch andere Vorzüge haben – Melodien pfeifen, Geräusche nachmachen oder einfach nur ihre Anwesenheit genießen.

Es ist übrigens nicht richtig wenn gesagt wird, ein Papagei lernt nur als Einzeltier das Imitieren – das tun auch 2 oder auch 4 Tiere genauso, je nachdem wie man sich mit ihnen abgibt. Zumal auch Papageien nicht einzeln, sondern mindestens zu zweit gehalten werden sollten!

Mit dem „sprechen lernen“ bei Papageien ist es wie beim Singen bei uns Menschen – die einen können es sehr gut, andere eben weniger! Daher beziehe ich mich nur einmal auf meine persönlichen Erfahrungen mit unseren Tieren – speziell Tracy!

Hat man das Glück, ein sehr begabtes Tier zu Hause zu haben, ist es ratsam darauf zu achten, was man sagt und auch wie man es sagt – denn Papageien lernen immer, meistens auch alleine, selbstständig und nicht ständig in uns angenehmen Zeiten! “Übungsstunden“ , die nach meinem dafürhalten eigentlich wenig bringen, waren für uns deshalb absolut überflüssig.

Häufiges reden mit ihr und in Worten seine eigenen Handlungen begleiten, war und ist noch heute bedeutend effektiver und schneller! Zumal – speziell der Graupapagei, auf die Situation bezogener „lernt“ und imitiert! – Gewünschte Worte nur vorsagen ist ein “Auswendiglernen” – damit kann ein Grauer z.B. nichts anfangen.

Aber ein „ Guten Tag“ zur Begrüßung, oder ein „Tschüss, bis später“ beim Verlassen der Wohnung ergibt für ihn Sinn. Hierbei kannst Du ihm bei seinen eigenen Bemühungen ein Wort wiederzugeben unterstützen wenn Du hörst, welches Wort er gerade nachahmen will, ihm dies deutlich vorsprechen, und immer wieder in ein “Gespräch” mit ihm einfließen lassen.

Mit ihm sprechen, wie mit einem kleinen Kind – auch einfaches Erklären von Handlungen wie zum Beispiel „Jetzt gibt’s Gemüse“ – oder – „Hier, ein Apfel“ – „bitte schön, danke schön“ – alles mit Handlungen verbunden hat es Tracy bis heute auf diese Weise bis ca. 150 Wörter gebracht, die sie auch sehr häufig richtig einsetzt! Vorplappern war und ist sinnlos bei ihr, sie lernt vom zuhören und der Kombination mit dem, was sie dazu sieht!

Und wenn mein “Draht” zum Vogel stimmt, höre ich ja bei welchem „Wort“ ich ihm in der deutlicheren Aussprache helfen kann. Man sollte dann aber nicht das Wort überdeutlich betonen, sondern nur öfters erwähnen. Diese Überbetonung macht er dann natürlich auch, weil er/sie ja in dem Bestreben der Nachahmung korrekt sein will.

Viel Spaß bei Deiner Unterhaltung mit dem Papagei – nimm ihn ernst, er tut es auch!

Liebe Grüße, Dieter aus Mannheim

Zum Weiterlesen:

  • Mehr Artikel zum Thema Sprechender Papagei findest du hier
  • Am besten lernt dein Papagei das Sprechen, wenn er sich bei dir wirklich wohl fühlt. Erfahre in diesem Artikel, was du dafür tun kannst.
  • Wenn du mit deinem Papagei regelmäßig sprichst, wird er sich auch seltener aggressiv Verhalten und du vermeidest Probleme wie Beissen und Schreien.