So geht Dein Papagei freiwillig in die Box oder in den Transportkäfig

Hier nehmen wir nun einmal den gerade gelernten Teil des “Shapings” in Anspruch. Wie wir ein Verhalten erlernen, das wissen wir nun. In diesem Fall nutzen wir unser Target Training und das Shaping.

Wie wir unser Tier von einem Ort zum anderen lotsen, das kennen wir durch unser Target Training. Nun wird es etwas schwieriger, denn wir wollen ja unseren kleinen Freund in den Transportkäfig manövrieren und zwar so, dass er es aus freien Stücken tut. Wir nutzen wie immer unsere positive Verstärkung.

Was müssen wir tun? Wir müssen das gewünschte Verhalten in kleine Schritte zerlegen, jeden Schritt üben wir bis er richtig sitzt und dann gehen wir weiter. Wir bedenken dabei auch, dass diese Transportbox neu für unser Tier ist und ihm Angst bereiten könnte.

Diese Schritte können bei den Tieren unterschiedlich sein. Bei dem einen Papageien geht es sehr schnell voran, andere brauchen länger. Es gilt wie immer, wir eilen nicht, trainieren bis der nächste Schritt sitzt und gehen erst dann voran. Ist der nächste Schritt zu viel verlangt, verringern wir ihn ein weiteres Mal.

Je nachdem bis zu welchen Schritt das Training zügig verlauft, verstärken wir mit „Gut“ und dem Verstärker an der entsprechenden Stelle und zwar immer zeitnah ohne Verzögerung, damit unser Papagei den Zusammenhang erkennen kann.

Wir stellen diese Transportkiste schon eine paar Tage vorher belanglos in das entsprechende Zimmer, sodass sich unser Papagei daran gewöhnen kann. Eine Abfolge der einzelnen Schritte könnte sich dann wie folgt gestalten:

  • a. Paulchen schaut den Transportkäfig an
  • b. Paulchen kommt einen Schritt näher
  • c. Paulchen kommt mehrere Schritte näher und verbleibt in der Nähe des Käfigs
  • d. Paulchen steigt auf den Eingang
  • e. Paulchen verweilt im Eingang und schaut neugierig hinein
  • f. Paulchen macht einen Schritt ins Innere des Käfigs (hier verbinden wir unser Signal „In die Box“)
  • g. Paulchen bleibt gelassen im Käfig

Wir üben diesen Ablauf regelmäßig. Haben wir Schritt a) gemeistert, hängen wir Schritt b) an, funktioniert das, wird der Verstärker erst nach Schritt b gegeben und so weiter.

Die Tür des Käfigs schließen wir noch nicht, wir lassen dem Tier eine Wahl, möchte es herauskommen, dann ist es völlig in Ordnung. Diesen Schritt üben wir solange bis das sehr gut funktioniert. Erst dann folgt:

  • h. Paulchen geht auf das Signal „In die Box” in den Transportkäfig
  • i. Paulchen bleibt in der Box und wir schließen kurz die Tür.
  • j. Paulchen bleibt ruhig in der Box, bei geschlossener Tür. Dafür gibt es dann zur Belohnun den Verstärkungs-Jackpot $$$.

So haben wir die Basis immer erhalten, unseren Vertrauensbonus nicht angekratzt. Hast Du Dein Training erst einmal so gestaltet und es funktioniert, wirst Du mit dem Transportkäfig keine Probleme mehr haben. Der Stress fürs Tier, ist keiner mehr, wieder ein Schritt weiter.

Besonders wenn es mal schnell gehen soll und man unverhofft zum Tierarzt muss ist das eine feine Sache. Du darfst aber nicht vergessen, deinen Papagei mit „Gut“ und Verstärker“ zu zeigen, welches Verhalten Du Dir von ihm wünschst. Während des Trainings ist es wichtig, nur wenig zu sprechen, sonst könnte es passieren, dass Du Deinen Papagei mit zu vielen Informationen verwirrst und er den Ablauf nicht mehr versteht.

Gut gemacht, Ihr werdet immer besser!

Liebe Grüße, Annita

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